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Gemeinsam handeln verbindet.

Live online: Ton, Bild, Rollen

Die Lage

Eine Sitzung live online ist eine Sitzung. Sie hat einen Anfang, ein Ende, eine Leitung und einen Zweck, wie jede Besprechung vor Ort. Der Unterschied liegt darin, dass die Technik zum Raum gehört. Mikrofon, Kamera und Licht übernehmen, was vor Ort Akustik, Blickkontakt und Sitzordnung leisten. Wer sie einmal eingerichtet hat, bemerkt sie bald nicht mehr.

Was trägt

Der Ton zuerst. Ein unscharfes Bild stört wenig, ein schlechter Ton zerstört das Gespräch. Wer ständig nachfragen oder Silben erraten muss, ermüdet schnell und hört irgendwann nicht mehr zu. Ein gutes externes Mikrofon oder ein Headset lohnt sich deshalb mehr als jede Kamera. Kopfhörer verhindern zudem Echo und Rückkopplung. Ein ruhiger Raum ohne Hall hilft mehr als jede Filtersoftware.

Die Bildgröße hängt vom Zweck ab. Im Gespräch zu zweit oder in einer schwierigen Verhandlung sollen die Gesichter groß sein, denn es kommt auf die Mimik an. Bei einem Vortrag oder bei der gemeinsamen Arbeit an einem Dokument genügen kleine Bilder am Rand, weil das Material im Mittelpunkt steht. In einer größeren Runde hilft die Galerieansicht, damit man sieht, wer sich meldet.

Kamera auf Augenhöhe, Licht von vorn. Eine Kamera, die von unten filmt, lässt jeden herablassend wirken, eine von oben lässt ihn klein erscheinen. Auf Augenhöhe entsteht so etwas wie Blickkontakt. Das Licht kommt am besten von vorn, von einem Fenster oder einer Lampe hinter dem Bildschirm. Gegenlicht macht aus dem Gesicht einen Schattenriss.

Rollen. In jeder Sitzung mit mehr als zwei Personen steht fest, wer moderiert, wer auf die Zeit achtet und wer das Protokoll führt. Die Moderation erteilt das Wort und fasst zusammen. Die Zeitwache erinnert rechtzeitig vor dem Ende. Das Protokoll hält Ergebnisse und Aufgaben fest, nicht den Verlauf. In kleinen Runden kann eine Person zwei Rollen übernehmen. In wichtigen Sitzungen tut die Moderation nichts anderes.

Check-in und Schlussrunde. Eine kurze Runde zu Beginn, in der jeder in einem Satz sagt, woher er gerade kommt, holt alle in den gemeinsamen Raum und prüft nebenbei, ob Ton und Bild funktionieren. Eine Schlussrunde, in der jeder den nächsten Schritt nennt, den er übernimmt, verhindert, dass die Sitzung einfach abreißt. Beides dauert bei sechs Personen wenige Minuten.

Technik vorher prüfen. Mikrofon, Kamera, Verbindung und Akku werden vor der Sitzung getestet, nicht in ihr. Wer leitet, ist einige Minuten früher da. Für einen Abbruch der Verbindung gibt es einen vereinbarten Weg, etwa eine Telefonnummer oder die Absprache, dass man sich unter demselben Link neu einwählt.

Warum

Alle diese Regeln dienen einer Sache: dass die Beteiligten einander wahrnehmen und aufeinander antworten können. Der Ton ist die Bedingung dafür, dass man sich versteht, das Bild dafür, dass man sich sieht, die Rollen dafür, dass nicht alle zugleich reden. Check-in und Schlussrunde markieren die Grenzen des gemeinsamen Raums. Vor Ort übernimmt die Tür diese Aufgabe. Online spricht man sie aus.

Der häufige Fehler

Viel Aufwand für das Bild, wenig für den Ton: eine neue Kamera, ein aufgeräumter Hintergrund, aber das eingebaute Mikrofon des Laptops neben dem laufenden Lüfter. Der zweite häufige Fehler ist die Sitzung ohne Leitung, in der alle warten, bis jemand anfängt, und niemand weiß, wann sie endet.

Recht

Eine Sitzung live online wird nur aufgezeichnet, wenn alle Beteiligten eingewilligt haben. Wer das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufnimmt, macht sich nach § 201 Abs. 1 Nr. 1 StGB strafbar. Die Aufzeichnung von Bild und Ton ist außerdem eine Verarbeitung personenbezogener Daten, für die die DSGVO eine Rechtsgrundlage verlangt (Daten und Rechte). Bei Gericht gilt eine eigene Regel: Die Videoverhandlung darf von den Beteiligten und von Dritten nicht aufgezeichnet werden (§ 128a Abs. 6 ZPO). Für Beschlüsse und Versammlungen live online siehe Beschließen und Versammeln.

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