Worum es geht
Wer kooperieren will, sucht nicht nur Fähigkeiten, sondern Menschen und Organisationen, mit denen gemeinsames Handeln gelingen kann. Diese Phase klärt, woran man das erkennt, bevor viel investiert ist.
Die Leitfrage
Woran erkenne ich Kooperationsfähigkeit, bevor es einen Vertrag gibt?
Fachliche Eignung lässt sich prüfen: an Referenzen, Arbeitsproben, Abschlüssen. Kooperationsfähigkeit ist schwerer zu sehen. Sie zeigt sich darin, wie jemand mit den Beiträgen anderer umgeht, ob er Zusagen hält, wie er auf Widerspruch reagiert und ob er Fehler zugeben kann. Das alles sieht man selten in einer Präsentation. Man sieht es eher an dem, was jemand bereits mit anderen getan hat, und am besten an dem, was man selbst mit ihm tut.
Was jetzt trägt
Vertrauen und Prüfung verbinden. Vertrauen ist hier ein Vorschuss, dessen Höhe Sie bestimmen: nicht größer als das, was Sie verschmerzen können, wenn er nicht erwidert wird. Ob er erwidert wird, ist dann die eigentliche Prüfung.
Auf Spuren gemeinsamer Arbeit achten. Aussagekräftiger als jede Selbstdarstellung ist, was jemand mit anderen zustande gebracht hat: gemeinsame Veröffentlichungen, Projekte mit wechselnden Partnern, Beziehungen, die über Jahre gehalten haben. Wer immer allein oder immer an der Spitze auftritt, kann ein ausgezeichneter Fachmann sein und trotzdem ein schwieriger Partner.
Klein gemeinsam anfangen. Die verlässlichste Prüfung ist ein kleiner gemeinsamer Anfang: eine überschaubare Aufgabe mit klarem Ende, zu der beide etwas beitragen. Danach wissen beide mehr als nach vielen Gesprächen. Ein solcher Anfang ist keine Vorleistung ohne Gegenwert, sondern bereits die erste Kooperation, im kleinen Maßstab und mit geringem Risiko.
Verschieden im Können, gleich im Umgang. Wer nur nach Ähnlichkeit sucht, findet Menschen mit denselben Stärken und denselben blinden Flecken. Übereinstimmen sollte, was man im ersten Streit braucht: Verlässlichkeit, einen vergleichbaren Umgang mit Konflikten, ein vereinbares Verständnis vom Ziel. Was darüber hinaus verbindet, etwa ein seltenes gemeinsames Interesse, behandelt die Seite Der Klick und seine Bedingungen.
Der typische Fehler
Die Wahl des besten Partners auf dem Papier. Man vergleicht Profile, Umsätze und Referenzen und entscheidet sich für den, der am besten aussieht. Ob man miteinander arbeiten kann, erfährt man erst nach Vertragsschluss. Nicht besser ist die Wahl aus Sympathie allein: Das erste Gespräch war herzlich, also wird die Prüfung übersprungen.
Beide Fehler haben dieselbe Ursache. Es wird über den möglichen Partner geurteilt, statt mit ihm etwas zu tun.
Online
Online hinterlässt Zusammenarbeit oft sichtbare Spuren. Gemeinsam gepflegte Projekte, öffentliche Diskussionen, gemeinsam verfasste Texte oder die Art, wie jemand in einem Fachforum auf Fragen antwortet, zeigen mehr über Kooperationsfähigkeit als ein Lebenslauf. Solche Spuren sind Ausschnitte. Sie bereiten das Gespräch vor, ersetzen es aber nicht.
Eine Probe-Zusammenarbeit lässt sich online mit wenig Aufwand einrichten: ein gemeinsames Dokument, eine Aufgabe für zwei Wochen, ein kurzes Videogespräch am Anfang und eines am Ende. Dabei zeigt sich, wie jemand asynchron arbeitet, ob er Fristen hält und wie er schriftlich Kritik gibt und annimmt. Genau auf diese Fähigkeiten kommt es in einer Kooperation online später an. Was sich dafür bewährt hat, beschreibt die Seite Gute Praxis der Zusammenarbeit online.
Vor der Probe sollten zwei Dinge geklärt sein: wer die Ergebnisse nutzen darf und welche Daten geteilt werden. Wer personenbezogene Daten gemeinsam mit anderen verarbeitet und dabei über Zwecke und Mittel mitentscheidet, kann gemeinsam mit ihnen verantwortlich sein (Art. 26 DSGVO).
Recht in dieser Phase
- Wettbewerb und Kooperation: Ist der mögliche Partner ein Wettbewerber, setzt das Kartellrecht Grenzen (Art. 101 AEUV, § 1 GWB), schon beim Austausch von Informationen über Preise, Kunden oder Pläne.
- Daten und Rechte: Wem die Ergebnisse einer Probe-Zusammenarbeit gehören und wer für geteilte Daten verantwortlich ist.
Weiter
← 2. Entschluss zur Kooperation · 4. Kontaktherstellung zu möglichen Kooperationspartnern →