Dieser Text ist aus der eigenen Praxis entstanden, aus regelmäßigen Videogesprächen mit der Familie über Ländergrenzen hinweg. Er gilt ebenso für Freundeskreise, für kleine Gruppen und für jede Kooperation, die nicht nur von Aufgaben lebt.
Regelmäßige Termine
Regelmäßige Treffen scheitern selten am Treffen selbst, meist an der Verabredung. Ein fester Tag, eine feste Uhrzeit: Dann weiß jeder, dass man sich sieht, ohne es jedes Mal neu verabreden zu müssen.
Auch fünf Minuten können genügen, regelmäßig, um in Verbindung zu bleiben und Nähe herzustellen. Nicht die Länge des Treffens trägt, sondern seine Wiederkehr.
Gelegentliche Absagen sind in Ordnung. Wenn sie zu oft geschehen, kann man darüber nachdenken, was sich ändern ließe: eine andere Uhrzeit, ein kürzeres Treffen, etwas Gemeinsames, auf das man sich freut.
Vorbereitung
Vor dem Treffen hilft eine kurze Nachricht zur Erinnerung. Ein leerer Akku beendet ein Treffen, bevor jemand es beschließt. Wer ein Smartphone benutzt, stellt es auf ein Stativ mit Halterung, damit die Hände frei sind und das Bild nicht wackelt.
Es lohnt sich, ein paar Notizen zu machen, was man sich vorgenommen hat: etwas zu zeigen, zu erzählen oder zu spielen. Passende Materialien oder Links kann man nebenher schicken, per Chat oder E-Mail.
Im Treffen
Etwas zum Zeigen oder Erzählen parat haben: eine Frage, ein Foto der Woche, eine kleine Neuigkeit. Sie helfen über die ersten Sekunden, in denen alle noch mit Ton und Bild beschäftigt sind.
Eine gewisse Routine entwickeln: Dinge, die bei jedem Treffen wieder auftauchen, ohne dass das Treffen darauf beschränkt wäre oder mechanisch abliefe. Die Routine gibt Halt, der Rest bleibt offen.
Nichts anderes nebenbei machen, es sei denn, es ist eine bewusste Abwesenheit vom Treffen, wie bei Treffen vor Ort auch.
Auch mal vom Bildschirm verschwinden. Und wieder auftauchen. Ein Treffen online muss nicht eine Stunde Blick in die Kamera sein. Mit dem Smartphone oder Tablet kann man herumgehen und zeigen, was es zu zeigen gibt: den Garten, das Essen auf dem Herd, das neue Bild an der Wand. Darin liegt etwas, das ein Treffen im Café nicht bietet: Man ist beim anderen zu Hause.
Gemeinsam spielen
Man muss nicht nur reden. Gemeinsam zu spielen ist eine der schönsten Formen, online beisammen zu sein: ein Brettspiel, ein Rätsel, ein Quiz, ein Spiel, in dem alle zusammen gegen die Aufgabe antreten. Beim Spielen muss niemand ein Thema haben, die Aufgabe liefert es. Erwachsene und Kinder reden plötzlich über dasselbe. Man lacht zusammen, verliert zusammen und lernt, wie die anderen denken.
Welches Spiel passt, hängt von der Runde ab. Wichtig ist nur, dass alle mitkommen und dass Ton und Gesichter weiterlaufen, während gespielt wird, sonst spielt jeder allein vor seinem Bildschirm. Warum das Spiel für Kooperation so viel bedeutet, erklärt die Seite Spiel.
Danach
Man kann das Treffen oder Teile davon aufzeichnen, aber nur mit dem Einverständnis aller Anwesenden. Das verlangen Anstand und Recht gleichermaßen. Oft genügt ein Bildschirmfoto, mit derselben Rücksicht. Und ein paar Notizen mit Ideen für das nächste Mal.
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